Nationalsozialistische Zeit
Während der nationalsozialistischen Zeit musste der Verein große Mitgliederverluste hinnehmen. Der Musikverein durfte jedoch bestehen bleiben, da die Kapelle mit ihrer Marschmusik recht willkommen war. Im Jahre 1939 erhielt das Blasorchester die Bezeichnung. "Gemeindekapelle".
Am 16. Juli 1936 musste Herr Hugo Rudolph als geachteter und hochverdienter Dirigent aus beruflichen Gründen sein Amt leider aufgeben.
Als Nachfolger wurde ab Oktober 1936 Herr Arthur Albrecht aus Karlsruhe verpflichtet. Das Streichorchester wurde von Herrn Otto Blau übernommen, da Herr Wilhelm Erhardt als Lehrer in den Auslandsschuldienst berufen wurde.
Im Jahre 1936 verstarb der technische Leiter des Tambourkorps Herrn Justin Schwall.
Die ersten Einberufungen junger Musiker zum aktiven Wehrdienst hinterließen große Lücken im Orchester.
Diese rückläufige Tendenz war nicht gerade ermutigend und bewegte Anfang 1937 Herrn Apotheker Längin zum Rücktritt als 1. Vorsitzender. Die Geschäfte wurden bis zur Mitgliederversammlung 1938 durch den 2. Vorsitzenden, Herrn Heinrich Gamer weitergeführt.
Mit der Wiederwahl des Gründungs- und Ehrenvorsitzenden Wilhelm Haßler zum 1. Vorsitzenden des Vereins am 05.02.1938 konnten die Verhältnisse im Verein, die sich in den Jahren 1936 bis 1938 recht unerfreulich entwickelt hatten, wieder stabilisiert werden.
Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges unterbrach die eingeleitete günstige Entwicklung. Die Kriegshandlungen und die totale Einbeziehung aller Bürger legte jegliche Vereinstätigkeit lahm und vernichtete zum großen Teil die erschaffenen Werte. Von den aktiven Musikern kehrten zehn leider nicht mehr in ihre Heimat zurück. Der Vorsitzende Wilhelm Haßler kam bei den letzten Kriegshandlungen am 18.03.1945 in Graben ums Leben.