Arbeitermusikverein
Nach dem Ersten Weltkrieg entstand in Graben eine Reihe neuer Vereine, darunter auch ein paar ausgesprochene Arbeitervereine. Es ist zu vermuten, dass der Anfang der 1929er Jahre entstandene "Arbeitermusikverein" der erste seiner Art war. Eine Mitgliederliste nennt 21 Namen darunter Martin Hupf, Albert Nagel und als 1. Vorsitzender Wilhelm Metzger. Der Jahresbeitrag betrug eine Mark.
Das Arbeiteretikett blieb allerdings nicht lange im Vereinsnamen. Im November 1924 teilte der damalige Vorsitzende Friedrich Bickel mit, dass der Arbeitermusikverein aufgelöst wurde.
Aus jener Zeit existiert nur noch der Männergesangverein "Eintracht 1927".
Im Frühjahr 1926 mußte der langjährige Dirigent Max Täubner aus beruflichen Gründen sein Amt aufgeben. In Würdigung seiner hervorragenden Verdienste um den Verein wurde Herr Täubner am 17. 02. 1926 zum Ehrendirigenten ernannt.
Der Fortbildungsschulhauptlehrer Otto Nees übernahm aushilfsweise die Stabführung bis Herr Musikdirektor Hugo Rudolph, als Leiter des Musikvereins Harmonie Karlsruhe weit über die Grenzen unseres Heimatlandes bekannt, im Frühsommer 1926 als Dirigent des Blasorchesters verpflichtet werden konnte. Unter seiner Leitung errang die Kapelle beim Preisspielen in Neudorf, gegen stärkste Konkurrenz, den 1a-und den Dirigentenpreis. Ein Beweis dafür, dass das Orchester in jener Zeit ein beachtliches Niveau erreicht hatte.
Im Oktober 1927 übernahm Herr Hauptlehrer Kuch die Leitung des Streichorchesters, dem von nun an auch Mitglieder des Blasorchesters angehörten. Voller Begeisterung über die Erfolge dieses Orchesters wirkten auch einige Lehrkräfte der umliegenden Orte mit. Konzerte und kleine Operetten wurden in Graben und Umgebung erfolgreich aufgeführt.
In diese großartige Entwicklung des Grabener Musikvereins fällt im November 1930 der Wechsel in der Vereinsführung. Der seit Gründung des Vereins amtierende 1. Vorsitzende Wilhelm Haßler bot zugunsten von Herrn Apotheker Karl Längin seinen Rücktritt an. In Würdigung der einzigartigen Verdienste um den Aufbau und die erfolgreiche Entwicklung des Vereins wurde Herr Wilhelm Haßler bei seinem Abschied zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Herr Wilhelm Haßler wirkte jedoch weiterhin als Tambourmajor des Spielmannszuges weiter.
Am 25.06.1933 feierte der Verein sein 25-jähriges Bestehen. Die Kapelle hatte zu diesem Zeitpunkt 43 aktive Musiker. Das Tambourkorps unter Leitung von Herrn Wilhelm Haßler und Herrn Justin Schwall zählte 15 Musiker.
Die Leitung des Streichorchesters war nach der Versetzung von Herrn Hauptlehrer Kuch an Herrn Hauptlehrer Wilhelm Erhardt übergegangen, der schon als Gymnasiast seiner musikalischen Begabung folgte und als aktiver Musiker in der Blaskapelle und im Streichorchester wertvolle Dienste leistete.
